Ein Netzwerk von niedergelassenen Kinderärzten
CrescNet wurde 1998 von Professor Dr. Eberhard Keller an der
Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche in Leipzig gegründet und
im April 2006 in die gemeinnützige CrescNet gGmbH überführt. Als
Netzwerk von Kinderärzten und endokrinologischen Behandlungszentren
verbessert es die Früherkennung von Störungen der Wachstums- und
Gewichtsentwicklung.
Mittlerweile arbeiten 288 niedergelassene Kinderärzte und 13
Behandlungszentren im CrescNet zusammen. Die Daten von über 330.000
Kindern werden pseudonymisiert gesammelt und ständig auf Auffälligkeiten
untersucht.
Wissenschaftliche Arbeit
Auf Basis dieser einzigartigen Datensammlung sind fundierte
wissenschaftliche Aussagen über Trends in der Bevölkerung
möglich, beispielsweise im
Vergleich mit anerkannten Normkurven. Auch zu anderen Fragestellungen,
wie dem Zusammenhang zwischen Pubertätsbeginn und Adipositas,
kann CrescNet substantielle Beiträge liefern.
Im Rahmen wissenschaftlicher Studien ist CrescNet ein ideales
Hilfmittel:
- zum Auffinden von Probanden anhand bestimmter Kriterien
- zur parallelen Ermittlung entsprechender Kontrollgruppen
- zur Beobachtung und Datenerfassung über einen längeren Zeitraum.
Qualitätssicherung und Prävention
Die am CrescNet beteiligten Kinderärzte sind aufgefordert,
ihre Patienten bei jeder Vorstellung zu messen und zu wiegen und
die entsprechenden Daten zu übermitteln.
Durch die Erfassung dieser Daten in einer zentralen Datenbank
ist es möglich, kontinuierlich nach Auffälligkeiten in der Entwicklung
dieser Kinder zu suchen (Screening). Dazu werden die Daten anhand
aktueller Normwerte für Körpergröße und BMI (Body-Mass-Index)
beurteilt und gezielt auf pathologische Muster untersucht.
Die Daten der so als auffällig herausgefilterten Kinder werden den
regionalen endokrinologischen Experten zur Begutachtung vorgelegt.
Diese übermitteln ihre Handlungsempfehlung dem behandelnden
Kinderarzt.
Durch die routinemäßige Datenerfassung, das elektronische
Screening und die individuelle Beurteilung durch die Experten
wird sichergestellt, dass Patienten mit Störungen der
Wachstums- und Gewichtsentwicklung zum frühestmöglichen
Zeitpunkt identifiziert werden. Gerade im Bezug auf Adipositas
können so pathologische Entwicklungen durch rechtzeitige Intervention
aufgefangen werden.
Nachbetreuung und Integrierte Versorgung
CrescNet stellt eine vielfältige Infrastruktur zur Verfügung,
um Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen:
- Datenerfassung über Barcode-Tickets in den Kinderarztpraxen
- gezielte Nachforderung spezieller Daten durch
Serienbriefe mit individuellen Formularen
- Anbindung an ein SAP-Klinikverwaltungssystem (seit Mai 2006)
- Erfassung einzelner Messwerte direkt über die Webseite
(seit Oktober 2006)
- Anbindung an verschiedene Praxissoftware (in Entwicklung)
Wird ein im CrescNet erfasstes Kind behandelt, stehen bei der
Vorstellung im Behandlungszentrum bereits alle beim Kinderarzt
erhobenen Daten elektronisch bereit. Die Behandlungsmaßnahmen
können in der Datenbank dokumentiert werden.
Wird das Kind daraufhin wieder beim Kinderarzt vorgestellt, werden
die neuen Daten automatisch angefügt. Dadurch erübrigt sich in vielen
Fällen eine routinemäßige Wiedervorstellung im Behandlungszentrum.
CrescNet im klinischen Alltag
Für den behandelnden Endokrinologen bietet die CrescNet-Software
eine Fülle von Auswertungsmöglichkeiten und Visualisierungen, unter anderem:
- Berechnung des Körpergrößen- und BMI-SDS anhand aktueller Normwerte
- Beurteilung der Wachstumsgeschwindigkeit und des Kopfumfanges
- SGA-Beurteilung
- Zielgrößenberechnung und Wachstumsprognose anhand des Knochenalters
- Visualisierung der Wachstumshormondosis über den Behandlungszeitraum.
Einzigartig wird die CrescNet-Software jedoch erst durch die
Anbindung an das Netzwerk: Die beim Kinderarzt erhobenen Daten
werden automatisch ergänzt und ermöglichen so eine kontinuierliche
Beobachtung der Entwicklung.
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